„Sprudelnder Quell des Anstoßes“

Liebe Besucherinnen und Besucher,

wie immer habe ich am Morgen beim Frühstück in der Süddeutschen Zeitung geblättert. Und dann hatte ich einen wirklichen Grund zur Freude: Die Süddeutsche Zeitung widmet mir am heutigen Mittwoch ihr Kuturportrait, fast eine ganze Seite lang (S. 11, Kultur): „Sprudelnder Quell des Anstoßes. Gedichte machen nicht satt, aber glücklich: Das Leben des Lyrikers und Provokateurs Anton G. Leitner“.

Sabine Reithmaier hat mich so portraitiert wie ich bin. Ungeschminkt. Aber ich mag auch nichts anderes als das Ungeschminkte. „Ein Gedicht rettet einen Tag“ – dem großen argentinischen Lyriker Roberto Juarroz verdanke ich mein Lebensmotto. Sabine Reithmaiers Portrait jedenfalls hat mir den 26. Januar 2011 gerettet. Und der Anruf von Christa Reithmeier, Wirtin des Gasthofes Schuster, die mir sagte, es lägen bereits über 100 (!) Reservierungen für den „3. Hochstadter Stier“ vor. Darauf werde ich am Abend noch ein alkoholfreies Bier trinken.

Welch Zufall, dass auf Seite 12 der Süddeutschen Zeitung heute auch Bärbel Kopplin portraitiert ist, eine ehemalige Aachener Klassenkamardin meiner Frau Felizitas. Bärbel Kopplin hat einen interessanten Beruf. Sie betreut die Kunstsammlung der Hypovereinsbank und vertritt die These, dass „Bilder zum Reden“ reizen. Das gefällt mir sehr, denn auch ich verstehe Kunst und literarische Sprache, vor allem die der Lyrik, als probates Mittel der Kommunikation.

Ich hoffe, dass die Bibliothekarin der Gemeindebibliothek Weßling Süddeutsche Zeitung liest. Sie hatte mich nämlich vor einigen Tagen schriftlich darum gebeten, ihr fortan die Zeitschrift DAS GEDICHT kostenlos zur Verfügung zu stellen, weil sich in Weßling die Besucher ihrer Bibliothek nicht dafür interessierten und DAS GEDICHT Geld verschlinge, das sonst in Kinder- und Jugendbücher angelegt werden könnte (es gibt übrigens auch eine wunderschöne „Kinder“-Ausgabe unserer Zeitschrift, die Weiterempfehlung an Weßlinger Eltern würde sich lohnen). 

Die Bibliothekarin sollte am Samstag einmal zum „Hochstadter Stier“ kommen und schauen, ob und wieviele Leute aus Weßling im Publikum sitzen. Und die 94 Cent im Monat, die ein Gedichtabo kostet, sollte meine Heimatgemeinde auch weiterhin berappen. Ich glaube, unsere Arbeit rund ums Gedicht ist diese Investition wert (das Porto des Briefes der Bibliothek an mich hat allein schon 55 Cent gekostet, mehr als ein halbes Monats-Abonnement von DAS GEDICHT), denn wie in der SZ zu lesen ist, verdiene ich ohnehin so gut wie nichts an meinem Herzblatt, arbeite aber trotzdem nicht „umsonst“. 

Gerne komme ich einmal in die Gemeindebibliothek Weßling und erkläre Eltern und Kindern die Reize der Lyrik, so wie ich es sonst immer wieder einmal in ganz Deutschland oder darüber hinaus tun darf. Denn die Lyrik macht nicht immer satt, aber sie macht tatsächlich glücklich, wie ich aus eigener Erfahrung behaupten kann.

Jammmern ist nicht mein Ding und ich kann mich auch gar nicht beklagen, denn die ehemalige Bürgermeisterin unseres Ortes, Monika Meyer-Brühl, unsere dritte Bürgermeisterin Susanne Mörtl und unser Bürgermeister Michael Muther besuchten und besuchen gern den „Hochstadter Stier“. Und sie haben mich stets bei der Herausgabe meiner Publikation unterstützt. Dafür bin ich ihnen auch dankbar. Genauso wie meinem Heimatlandkreis Starnberg, der mir dafür bereits vor einem Jahrzehnt seinen Kulturförderpreis überreicht hat. Vielleicht handelt es sich einfach nur um ein Kommunikationsproblem mit der Bibliothek bzw. der Bibliothekarin. 

Aber wie dieses Beispiel zeigt, gibt es insgesamt noch immer zuviele Leute, die nicht wissen, dass ein Gedicht einen Tag retten kann. Also werde ich weiter Überzeugungsarbeit leisten. Denn nur wer Feuer für Lyrik gefangen hat, kann es auch weitertragen.

Vielleicht sehen wir uns am Samstag um 19.30 Uhr beim „3. Hochstadter Stier“ im Gasthof Schuster.  Ich würde mich jedenfalls freuen. Und schauen Sie doch bitte, wenn Sie am Bahnhof Weßling vorbeikommen und einige Minuten Zeit haben, einfach einmal kurz in die schnuckelige Gemeindebibliothek und fragen nach DAS GEDICHT oder leihen es sich ganz ungeniert aus. Denn schließlich konnte ich Weßling zum heimlichen „deutschen Hauptdorf der Poesie“, machen, was kein Geringerer als mein geschätzter Lyrikerkollege Joachim Sartorius behauptet, seines Zeichen bekanntlich Intendant der Berliner Festspiele …

Herzliche Grüße aus Weßling
und bis bald,
Ihr Anton G. Leitner

Dieser Beitrag wurde unter Literaturbetrieb, Presse, Presseecho, Veranstaltungen, Vermischtes veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s