Süddeutsche Zeitung verlegt Weßling an den Ammersee / Frauenmannschaft betet zum WM-Fußballgott

 
 
Liebe Besucherinnen und Besucher, 

mein Wohn- und Arbeitsmittelpunkt Weßling scheint am zweiten Tag nach der „Regionalreform“ der Süddeutschen Zeitung, die sich ja, wie auf diesem Blog bereits gestern gemeldet, in einem neuen Gewand präsentiert, von deren Radar gänzlich verschwunden zu sein. Der Bayernteil der Süddeutschen Zeitung berichtet nämlich heute, der mehr oder weniger freiwillig aus dem Amt geschiedene ehemalige Augsburger Bischof Mixa sei wieder in sein früheres Bischofspalais in Augsburg eingezogen, obwohl er „eine Wohnung in Weßling am Ammersee“ habe. Nun hat Weßling bekanntlich einen eigenen See, den Weßlinger See, der wegen seiner Nähe zum Weßlinger S-Bahnhof auch „Badewanne Münchens“ genannt wird. Und der nächste Ort am Ammersee, Herrsching, liegt von Weßling ca. 10 km entfernt.

Was ist los mit der Süddeutschen Zeitung, möchte man sich fragen, haben die vor lauter Reform zu recherchieren vergessen, welche Orte in ihrem Einzugsbereich liegen, während man sich die Frage, was mit dem ehemaligen Augsburger Bischof los ist, besser erspart. Wobei sicherlich viele Bewohner von Weßling, um es vornehm zu formulieren, nicht traurig darüber sind, dass ihr Bischof a. D. Walter in Augsburg Quartier bezogen hat. In der Freinacht nämlich haben sie ihm unlängst an den Balkon seiner hiesigen „Seeresidenz“ einen großen Regenbogen gehängt, wohl als Zeichen der Hoffnung, der Bischof a. D. kehre um bzw. nicht zurück an den Weßlinger See. Der aber hat den Regenbogen gleich am nächsten  Tag entfernen lassen, was nichts Gutes für die Weßlinger verheißen kann.

Solange meine Geburtstadt München von der Süddeutschen Zeitung (SZ-New Generation) noch nicht an die Donau verlegt wird, bleibt eine gewisse Hoffnung, dass alle von ihr umgesetzten Redakteure nach einer geographischen Schulung auch wieder Weßling an den Weßlinger See verlegen, wo es zweifellos hingehört. 

Und damit die Kirche im Dorf bleibt, sendet Anna Voltz aus Dießen am Ammersee (sic!) heute von meinem Blog ein Stoßgebet zum Fußballgott – und verstärkt weiter meine Lyrikerinnen-Fußballmannschaft:

Anna Voltz

Lieber Fußballgott!

Ich mag sie nicht deine Hooligans
Wenn Spieler und Fans zu Tieren werden
Mein Freund das Sofa in Stücke schlägt
Flüche aus ihm herauskatapultieren
In Richtung staubiges Fernsehgerät
Aus Frust über das greisenhaft spielende Team.

Ich mag Sie nicht die lärmenden Tröten
Sprachlos machende Millionengagen,
die grölenden, bierberauschten Massen,
die Nachbarin mit der albern dahin
schmelzenden Deutschlandfahne auf
der Backe, ihr greinendes Kind weil
das Vaterland schon wieder nicht gewinnt.

Ich mag ihn den runden Ball für die
Dynamik, den Bewegungsdrang, den
Ausdauerrausch, die er nicht nur bei den
Kleinsten entfacht, für die Gänsehaut die
er hervorzaubert bei all denjenigen,
die mit ihm noch den Spaß am Spiel verbinden.

Ich mag sie die Kraft mit welcher dieses simple Objekt
ermöglichen kann zu vereinen fernab von
Sprachbarrieren, Rassenkriterien. Wie ein Stückchen
Leder an unseren Intellekt appelliert, für die Ärmsten
zum Licht am Horizont werden kann.
Dein Fußball, lieber Gott, entzweit – und heilt.

© Anna Voltz (*1980), Dießen am Ammersee

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