Neue (Un-)Übersichtlichkeit: Regionalausgaben der Süddeutschen Zeitung im neuen Gewand

 

Liebe Besucherinnen und Besucher,

der Tag hat heute schon gut angefangen, denn bei meiner morgendlichen Zeitungslektüre habe ich mich in der Süddeutschen Zeitung nicht mehr zurecht gefunden. Landkreisausgabe, München- und Bayernteil sind jetzt in einem einzigen Zeitungsbuch verschmolzen, große farbige Bilder stehen da, wo früher Artikel standen. Und die Meldungen über meinen Wohn- und Arbeitsort Weßling, die früher auf einer Seite zusammengefasst waren, sind deutlich weniger geworden und im ganzen Zeitungsbuch verstreut. Aber dafür zeigt die Süddeutsche Zeitung Starnberg auf ihrer Titelseite im Großformat drei vollbärtige ältere Herren im Trachtenanzug, mit Sepplhüten und obligatorischen Rasierpinseln oben drauf und der aussagekräftigen Bildunterschriften-Schlagzeile „Treu dem König“. Im Impressum des Regionalteils sind die Redakteure der einzelnen Ressorts samt ihrer telefonischen Durchwahl verschwunden, der direkte Draht zu den Lokal-Redakteuren scheint derzeit bei der SZ nicht gefragt zu sein.

Unter dem spektakulären Riesenfoto mit den königstreuen Rasierpinselträgern versteckt sich dann die eigentliche lokale Headline des Tages: „17-jähriger will Schule in die Luft jagen“. In der Tat ist die Mitteilung, dass ein 17-jähriger Gymnasiast am Wochenende die ehemalige Schule meines Vaters Anton Leitner, das Carl-Spitzweg-Gymnasium in Unterpfaffenhofen (Germering) „in die Luft sprengen“ wollte, Besorgnis erregend. Weitere Informationen zu dem Sprengstoffanschlag auf das „Carl-Spitzweg-Gymnasium“ sind auf „Seite 4“ angekündigt, allerdings habe ich dort keinen weiteren Artikel dazu gefunden (aber vielleicht bin ich auch noch etwas orientierungslos in der alten Zeitung im neuen Gewand).

Dass in meiner Süddeutschen Zeitung Starnberg derzeit einiges durcheinanderläuft, musste ich selbst bereits am Dienstag in der vergangenen Woche erfahren. Fünf Tage zuvor, am vorletzten Freitag, hatte ich im Rathaus der Gemeinde Wörthsee die Eröffnungsrede zur Ausstellung meines Freundes Tiger Willi gehalten, den viele von Ihnen als schwarzhumorigen bayerischen Barden kennen, der aber schon seit Jahrzehnten „nebenbei“ auch zu Filzstiften greift und u. a. die Booklets seiner CDs farbenprächtig illustriert.

In der vergangenen Woche war die Redaktion der Süddeutschen Zeitung Starnberg offensichtlich schon so mit den bevorstehenden Veränderungen beschäftigt, dass sie – zum ersten Mal in dreißig Jahren – meinen Namen falsch schrieb. Aus „Anton G. Leitner“ wurde kurzerhand „August G. Leitner“, auf dem Titelfoto der Ausgabe vom vergangenen Dienstag war eine in Weßling stehende Holzskulptur zu sehen, die eine falsche Ortszuordnung trug.

Auf meinen Errata-Hinweis an die Redaktion, dass ich auf mein „Anton G-Punkt“ im Vornamen Wert lege und um Berichtigung bitte, erfolgte keine Reaktion (jedenfalls habe ich keine mitbekommen). Deshalb schlage ich heute an dieser Stelle zurück und benenne jene Redakteure, die ich in Starnberg noch kenne, Sabine Bader und Wolfgang Prochaska, temporär um: Brigitte Bader und Erich Prochaska mögen mir verzeihen, aber das ist die Rache des kleinen Mannes und Blogbetreibers August G. Leitner, äh Anton G. Leitner aus Weßling. Der hat ja bekanntlich vor kurzem die Anthologie „Die Hoffnung fährt schwarz“ herausgegeben und ist sich als Optimist sicher, dass alles nur noch besser werden kann … Und dann wird auch aus Brigitte wieder Sabine und aus Erich wieder Wolfgang. Versprochen!

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