WORLD POETRY almanac 2009 vereint 190 Dichter aus 100 Nationen in einem Band

 

 

Liebe Besucherinnen und Besucher,

als mir vor einigen Wochen die Post ein Belegexemplar des WORLD POETRY almanac 2009 zustellte, hat mir diese wunderbare Poesie-Sendung aus der fernen Mongolei nicht nur den betreffenden Tag, sondern mindestens die ganze Woche gerettet.

Seit dem Jahr 2006 stemmt der Lyriker Hadaa Sendoo als Chefherausgeber von der mongolischen Hauptstadt Ulaanbaatar aus alljährlich eines der spannendsten Lyrikprojekte überhaupt, nämlich seine Welt-Almanache der Poesie.

Die englische Ausgabe des WORLD POETRY almanac 2009 ist im März 2010 erschienen und vereint 190 Lyriker der Gegenwart aus 100 Ländern der Erde, darunter viele weltbekannte Dichter.

Das Inhaltsverzeichnis des Welt-Poesie-Almanachs ist alphabetisch nach Ländern geordnet. Es beginnt bei A wie Afghanistan (vertreten durch Latif Pedram) und führt uns über Albanien (Visar Zhiti) und Argentinien (u. a. Juan Gelman), Armenien (Violet Grigoryan), Australien (Les Murray und Dorothy Porter) nach China, das mit 13 Autoren vertreten ist (u. a. Luo Ying, Yu Tian und Wang Jianzhao). Von dort geht die poetische Weltreise weiter: Über Dänemark (Inger Christensen) und Frankreich (u. a. Yves Bonnefoy) nach Guatemala (Humberto Ak’abal), von Indien (u. a. vertreten durch den inzwischen verstorbenen Dilip Chitre sowie Sujata Bhatt) über Irland (u. a. Seamus Heany), Irak (Saadi Youssef), Israel (u. a. Hevda Rabinson Bachrach), Italien (u. a. Patrizia Cavalli) und Japan (u. a. Takarabe Toriko und Yasuhiro Yotsumoto) nach Korea (Hang Sung Rea), über Südafrika (u. a. Lesego Rampolokeng) auf den karibischen Inselstaat St. Lucia (Derek Walcott), über Syrien/Libanon (Adonis) und das Vereinigte Königreich/Großbritannien (u. a. Andrew Motion) in die USA (u. a. John Ashbery, Gary Snyder, Anne Waldman und Rita Dove) und von dort schließlich nach Vietnam (Nguyen Bao Chan) und Zimbabwe (Ingnatius Mabasa).

Deutschland ist in diesem Jahr mit drei Lyrikern vertreten, mit Gerhard Falkner (ins Englische übertragen von Rosmarie Waldrop), Durs Grünbein (übersetzt von Michael Hofmann) und mir. Meine Gedichte hat Richard Dove übersetzt.

Der WORLD POETRY alamac 2009 zeigt von jedem Lyriker ein Portraitfoto und enthält darüber hinaus ausführliche biobibliographische Angaben zu dessen Werk. Im Anhang gibt es einige poetologische Statements („Poets talking about Poetry“) und Thesen, etwa zur Wiederbelebung des Kurzgedichts (von Rita Malhotra aus Indien) sowie ein chronologisches (kommentiertes) Verzeichnis aller wichtigen Poesiefestivals der Welt. Es beginnt im Februar 2009 mit dem 5. Internationalen Poesiefestival in Granada (Nicaragua) und endet im Dezember 2009 mit dem 13. Internationalen Poesiefestival in Cartagena (Kolumbien).

Der WORLD POETRY alamanac ist eine wunderbare Möglichkeit, die „Artenvielfalt“ der Lyrik unserer Welt zu erkunden. Durch die Herkulesarbeit von Herausgeber Hadaa Sendoo wird die Lyrikwelt im besten Sinne kleiner, vertrauter und überschaubarer. Sein WORLD POETRY Alamanac ist eine Einladung, die lyrische Welt zu umrunden und zu erkunden. Das ganz besondere daran ist, dass der Almanach auch kleinere Länder berücksichtigt und deren Dichter im Orchester der Weltpoesie auf Augenhöhe mitspielen lässt.

Dieses internationale Anthologieprojekt ist ein großes Hoffnungszeichen für die Lyrik insgesamt. Und es zeigt einmal mehr: Wer Gedichte liest, ist nie allein, denn in jedem Land der Erde warten die Dichter auf ihn. Solche, die er vielleicht schon kennt oder solche, die er durch die Vermittlungsarbeit von Hadaao Sendoo noch kennenlernen kann.

Ich gratuliere meinem Herausgeber- und Lyrikerkollegen Hadaa Sendoo, mit dem ich sogar das Jahr der Geburt teile, ganz herzlich zu seiner editorischen Pionierarbeit für die Poesie der Welt und wünsche ihm Kraft für viele weitere Welt-Almanache der Poesie. Schön, dass es Kollegen wie ihn gibt!

Anbei fasse ich Ihnen noch die bibliographischen Angaben zu seiner neuesten Publikation auf einen Blick zusammen:

Editor-in-Chief: Hadaa Sendoo
WORLD POETRY alamac 2009
190 Poets/100 Countries
Alle Gedichte in englischer Übersetzung
328 Seiten, Softcover/Klappbroschur
World Poetry Almanac/Bitpress, Ulaanbaatar (Mongolei) 2010
ISBN 99962-59-15-9, € 50,- / $ 60,-

Und damit am Ende auch die Lyrik selbst zu Wort kommt, publiziere ich hier noch ein Gedicht von Hadaa Sendoo aus dem WORLD POETRY almanac 2009. Und geselle Richard Doves Übersetzung meines Gedichtes „Spring“ als Bonuslieferung dazu.

Bleiben Sie der Poesie weiterhin gewogen!
Herzliche Grüße und viel Sonnenschein
und bis bald an dieser Stelle,
Anton G. Leitner

Hadaa Sendoo

NEVER BEEN TIRED

I have never been tired of the sun
never tired of freedom and thougt
never tired seeing the stars and the moon
never tired of the craziness
the sky of sea blue days
leaving me those golden sunflowers from Van Gogh.
and the wind over Hovd from the Barkol grassland
I never tired of the horse
When I rode it I could not go through the last ocean
I have never been tired of the soul of Genghis Khan
never tired of the wolf
he often attacks the sheep
eating the large and tall horse that died in wilderness 

I have never been tired of the naked body
never tired of clouds and children
never tired of the Mongol yurts
doors always unlocked.
I have never tired of a stone
never tired of a drop of dew like milk.
In have never tired of a dried tree standing upright
never tired of the grave
never been tired of the brightness
kidnapped by the darkness.

I have never tired of love.

            Hovd is a place name, located in western Mongolia.
           Translated by Takhi an Ariadne

Hadaa Sendoo wurde 1961 geboren. Seit 1991 lebt er in Ulaanbaatar (Mongolei). Seine Gedichte sind in 30 Sprachen übersetzt worden und erscheinen u. a. in Europa, in den USA und in Lateinamerika. Für seine editorische Arbeit erhielt Hadaao Sendoo internationale Auszeichnungen, in seiner Heimat wurde ihm die Dschingis Khan-Medaille verliehen. Sein jüngster Gedichtband „Back To Earth“ erhielt den Preis der mongolischen Schriftstellervereinigung.


Anton G. Leitner

O LEAP

In the o
rig in
an o
vum leapt out.

     Translated by Richard Dove

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