Abschluss der ÖKT-Netzanthologie: Tandem Süß-Schwend/Politycki

 

Elisabeth Süß-Schwend zu dem Gedicht "Eines noch" von Matthias Politycki. Originalformat 10,5 cm x 15 cm

Matthias Politycki

Eines noch

Nicht mehr gierig sein,
nichts mehr erhoffen, befürchten,
nur noch am Schnittpunkt von Vergangenheit und Zukunft
drauflossitzen und
selbstverständlich werden,
freundlich, aber kein Tölpel,
friedlich, aber nicht harmlos,
gelassen, aber nicht gelangweilt

Am Ende eine Schale Erdbeeren
beim bloßen Betrachten schmecken,
eine frischgemähte Wiese riechen,
indem man gerne an sie denkt
 
Und dann, nach ein paar Jahren
an Vorlaufzeit mit oder ohne Fasten,
dann einmal noch sich konzentrieren
und den Kleinhesseloher See
mit einem einzigen Schluck
austrinken, das wär’s.

Matthias Politycki, geboren 1955 in Karlsruhe, lebt in Hamburg
und München. In: M. P., Die Sekunden danach. 88 Gedichte.
© 2009 by Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg

Zum Abschluss der ÖKT-Netzanthologie publiziert am 15. Mai 2010,
im Buch „Die Hoffnung fährt schwarz“ abgedruckt auf S. 44.

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