ÖKT-Netzanthologie: Tandem Jan Wagner/Elisabeth Süß-Schwend

 

Elisabeth Süß-Schwend zu dem Gedicht "moorochsen" von Jan Wagner. Originalformat 10,5 cm x 15 cm

Jan Wagner

moorochsen

die dommel sah ich nie, versteckt
im schilf wie sich das schilf in ihr versteckte,
nie eines ihrer kunstsinnigen nester,
genäht aus licht und schatten, dachte stattdessen

erneut an wriggers’ herde,
die eines abends durch ihr gatter
gebrochen war und sich im moor verirrte,
das brüllen, das erst stunden später matter

und mutlos wurde, sich am ende legte,
dachte an all die körper, die versunken
unter dem trügerischen boden schwebten
wie zeppeline, groß und stumm, noch als die jungen

die nester längst verlassen haben mußten,
so daß ich, wenn wir uns am tor versammel-
ten, fröstelnd in das dunkel lauschten, wußte
oder nicht wußte: da, das war sie, die dommel.

Jan Wagner, geboren 1971 in Hamburg, lebt in Berlin.
© Jan Wagner, Berlin

In der ÖKT-Netzanthologie publiziert am 11. Mai 2010,
im Buch „Die Hoffnung fährt schwarz“ abgedruckt auf S. 102.

Jan Wagner wird mit dieses Gedicht am Freitag, den 14. Mai 2010
um 19 Uhr in München auf der „Großen Nacht der Poesie“ des ÖKT
vortragen (Altes Rathaus, Historischer Festsaal, Marienplatz).
Die Illustationen der ÖKT-Netzanthologie sind dort im Original
zu besichtigen, die Künstlerin ist anwesend.

Kartenvorverkauf (z. B. ÖKT-Abendkarte für den 14. Mai 2010, € 14,-)
unter Telefon 089/559997-337.

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