Alle Jahre wieder: Herausgeber als Punchingball …

14. September 2007

Liebe Besucherinnen und Besucher,

am Donnerstag hat ein Postlaster (siehe Presseerklärung unten) allein rund 1.000 Großbriefsendungen bei uns abgeholt. Und der Versand der neuen GEDICHT-Ausgabe geht unvermindert weiter.

Derzeit erlebe ich, wie in jedem Jahr, dasselbe Phänomen. Nach jeder GEDICHT-Auslieferung melden sich zuerst Autorinnen und Autoren, die unsere Zeitschrift abonniert haben. Wenn Sie feststellen, dass Ihre Texte nicht in der aktuellen GEDICHT-Folge vertreten sind, schwingen sie sofort die ‘Kündigungskeule’ und traktieren den Herausgeber meist ‘nebenbei’ mit begleitenden Tiefschlägen.

Alle Jahre wieder bekomme ich die abenteuerlichsten Verschwörungstheorien präsentiert, warum dieser Text gedruckt wurde, jener aber nicht. Wenn wir einen Kritikteil im GEDICHT haben, melden sich zuerst Autoren, deren Bücher nicht rezensiert worden sind: „Meine Gedichte sind wesentlich besser als die von Frau Scheuermann oder Herrn Grünbein, warum rezensieren Sie dann Frau Scheuermann und Herrn Grünbein anstelle von mir?“.

Als wir vor einigen Tagen unter www.poesie21.de bekannt gegeben haben, dass Horst Samson als Preis für das schönste Delfingedicht (sein prämiertes Gedicht steht online) eine Reise zur Walbeobachtung für zwei Personen nach Teneriffa bekommt, erreichten mich prompt bitterböse E-Mails von Mitbewerbern, die Samsons poetische Arbeit in beleidigender Weise abqualifizierten, und abstruse Erklärungen für seine Nominierung hatten: Wir seien ein „Familienbetrieb“, bei dem Samson Stammkunde wäre und fortlaufend Bücher kaufe, deshalb könne er jetzt eine so schöne Reise antreten. Denn Kriterien für gute und schlechte Gedichte gäbe es ja ohnehin nicht …

Obwohl ich im Stress der Auslieferung eigentlich keine Zeit habe, auf solche Bösartigkeiten zu antworten, möchte ich, wenigstens an dieser Stelle, diesen Leuten einen Satz unserer Autorin Ulrike Draesner unter die Nase reiben, der so einfach wie wahr ist: „Wer schreiben will, muss lesen“. Und als Lektüre dringend Rolf-Berhard Essigs Buch „Schreiberlust & Dichterfrust. Kleine Gewohnheiten und große Geheimnisse der Schriftsteller“ empfehlen.

Eigentlich ein Jugendbuch, aber eines der besten Bücher, die ich bislang gelesen habe. Weil es anhand großartiger Beispiele aus der Weltliteratur und Literaturhistorie in überzeugender Weise belegt, dass bislang noch kein Meister vom Himmel gefallen ist. Nicht einmal in Deutschland, einem Land, in dem so viele Dichter und Denker sein wollen, kraft göttlicher oder naturmagischer Eingebung. Denn Dichten macht reich und schön und berühmt, so glauben viele. „Und dichten kann doch jeder, oder nicht?!“

Wir arbeiten monatelang an jeder neuen GEDICHT-Ausgabe. Nach der Auslieferung sind wir psychisch und physisch jedes Jahr wieder total erschöpft. Und es tut immer wieder weh, nach der Geburt eines neuen GEDICHT-Kindes als erstes die geschilderten Tiefschläge böser Onkels und Tanten einstecken zu müssen.

Dann aber melden sich aber nach und nach jene Leserinnen und Leser zu Wort, die wirklich lesen. Sie geben uns wieder die Kraft, ans neue GEDICHT-Werk zu gehen.

Naturgemäß brauchen sie  Zeit für ihre Stellungnahmen, denn sie lesen DAS GEDICHT nicht unter dem Eitelkeits-Aspekt „Bin ich drin oder bin ich nicht drin?“.

Solche Leserinnen und Leser wünsche ich nicht nur uns, sondern allen ambitionierten literarischen Verlagen. Dass es sie in hinreichender Zahl gibt, belegt die Tatsache, dass meine Anthologien inzwischen einen Verbreitungsgrad erreicht haben, der (nach der Addition) weit in den sechsstelligen Bereich hineinreicht. Und DAS GEDICHT ist nach 15 abenteuerlichen Lyrik-Jahren auch auf dem Weg in diese Dimension. Poesie ist eben, fernab aller Verschwörungstheorien und Eitelkeiten, als geistiges Grundnahrungsmittel doch gefragt …

meint heute augenzwinkernd Ihr
Lyrik-Punchingball

Anton G. Leitner

DAS GEDICHT, Herausgeber


15 Jahre „Das Gedicht“: Liebesgedichte aus Liebe zur Lyrik

12. September 2007

P r e s s e e r k l ä r u n g

Weßling bei München – Vor 15 Jahren trug Herausgeber Anton G. Leitner die ersten Exemplare seiner Lyrikzeitschrift „Das Gedicht“ noch eigenhändig auf die Post. Damals erschien das Magazin mit lediglich 100 Seiten Umfang in Schwarz-Weiß. Inzwischen ist aus Leitners Ein-Mann-Betrieb ein kleines Lyrik-Unternehmen geworden und die heute vierfarbig gedruckten, buchstarken Ausgaben werden vom Postlaster abgeholt.

Passend zum Jubiläum erscheint in diesen Tagen die Ausgabe Nr. 15 von „Das Gedicht“ unter dem Motto: „Ich bin dein Nest, du bist mein Fest“. Sie versammelt 100 neue Liebesgedichte von Ulla Hahn, Helmut Krausser, Peter Maiwald, Matthias Politycki, Said, Zafer Senocak und vielen anderen.

Der Münchner Altphilologe Niklas Holzberg leitet die aktuelle Gedicht-Folge mit sinnlichen Versen der griechischen Antike ein, die zum ersten Mal in deutscher Sprache erscheinen. Ulrich Johannes Beil, Literaturwissenschaftler an der Universität Zürich, untersucht in einem Essay mögliche Reibungsflächen zwischen „Poesie, Internet-Chat und Swinger-Club“. Zusammen mit Anton G. Leitner befragte er darüber hinaus 100 Dichter zum Zusammenhang zwischen Sinnlichkeit und Poesie. Ulla Hahns Antwort fällt poetisch aus: „Sinnliche Gedichte haben das gewisse Etwas, wenn sie ansprechend ansprechen ohne auszusprechen was sie versprechen.“

„Aller guten Dinge sind drei“, sagt Herausgeber Anton G. Leitner. Er möchte mit dieser Gedicht-Folge seine Trilogie der poetischen Lust abrunden. „Liebesverse haben schon so manchen Stein erweicht. Denn sie öffnen die Sinne und wirken nachhaltig gegen Vereinzelung“.

Internet: www.dasgedicht.de

Das Gedicht Nr. 15: „Ich bin dein Nest, du bist mein Fest. Liebe mit allen Sinnen“.
Herausgegeben von Anton G. Leitner, Weßling 2007, 171 Seiten, 12 Euro
(ISBN 978-3-929433-67-8)


Nachrichten vom GEDICHT-Versand: Schweiz ist postalisch Australien?!

08. September 2007

Liebe Besucherinnen und Besucher,

gestern haben wir beim Versand der ersten neuen GEDICHT-Ausgaben festgestellt, dass die Schweiz seit Juni 2007 im Bereich der Paketpost aus der postalischen „Europa Zone“ ausgeschieden ist und Pakete und Päckchen in die Schweiz nunmehr von den Gebühren her nach der „Weltpost Zone“ abgerechnet werden müssen.

Das heißt für uns konkret: Der Versand von 10 buchstarken Ausgaben unserer Zeitschrift DAS GEDICHT in unser nicht einmal 200 km entferntes Nachbarland kostet ab sofort 30 Euro Porto (Landbeförderung), in DM ausgedrückt: 60 Mark (!). Damit ist es kleineren deutschen Verlagen künftig nicht mehr möglich, größere Mengen Bücher in die Schweiz zu versenden, denn das Porto kostet mehr als die versandten Titel.

„Sind die Schweizer noch zu retten?“, haben wir uns gefragt und wissen noch nicht, wie wir künftig unsere Schweizer Leserinnen und Leser ohne horrende Portokosten weiter beliefern sollen. „Fahren Sie die Bücher selbst in die Schweiz“, hat uns die freundliche Dame vom Geschäftskunden-Service der Deutschen Post AG geraten, „das ist billiger“ …

Massenkeulungs-Barbarei im oberpfälzischen Nittenau

Gestern Abend, als ich mich vor der „Tageschau“ von den Strapazen des zweiten GEDICHT-Versandtages erholen wollte, mit Schrecken gehört, dass im oberpfälzischen Nittenau (Bayern) „vorsorglich“ 200.000 Enten „gekeult“ werden sollen, um eine mögliche Ausdehnung des „H5N1“-Virus zu verhindern.

Im Editorial der vorletzten GEDICHT-Nummer (vgl. DAS GEDICHT Nr. 14, 2006, S. 4 ff.) habe ich geschrieben: „Die keulende Gesellschaft kehrt den universellen Barbaren heraus“. Die jetzt vermutlich schon begonnene Keulung der armen Enten soll die bislang größte Massentötung dieser Art von Tieren sein. Der bayerische Noch-Ministerpräsident Stoiber liebt es bekanntlich, bei jeder Gelegenheit Bayern als Rekordland herauszustellen.

In diesem Fall stellt Bayern einen traurigen Rekord der Barbarei auf, um an meinen letztjährigen Satz anzuknüpfen. Die Tiere brauchen mehr denn je eine Arche, um sie vor dem unmenschlichen Irrsinn der ausbeuterischen Massentierhaltung und ihren Folgen zu bewahren.

Ich schäme mich heute zutiefst für den Teil meiner Landsleute, die so mit unseren Mitgeschöpfen umgehen.

Mit heute unentspannten Grüßen
aus Weßling, Ihr

Anton G. Leitner

DAS GEDICHT, Herausgeber


Die Auslieferung der Jubiläumsausgabe steht kurz bevor

06. September 2007

Liebe Besucherinnen und Besucher,

heute nur ein kurzer Zwischenbericht aus Weßling: Das neue GEDICHT Nr. 15 ist vor circa einer Stunde, mit einem Tag Verzögerung, aus der Druckerei in Nördlingen bei uns eingetroffen und wir haben vier Euro-Paletten Material im strömenden Regen in unseren Verlag getragen.

Die Jubiläumsausgabe („15 Jahre DAS GEDICHT“) ist unserer Meinung nach wunderschön geworden, wofür ich an dieser Stelle auch unserem Druckpartner, der Druckerei Steinmeier, besonders danke. Und meine Feststellung von vorgestern, dass Papier aus dem Wald kommt, spüre ich gerade wieder (nach dem Tragen) im Kreuz …

Aber jetzt begebe ich mich auch gleich zurück an den Packtisch, damit diese Liebesgedichte so schnell wie möglich an die Leserinnen und Leser (und vielleicht auch zu Ihnen) kommen.

Herzliche Grüße
aus dem heute verregneten Weßling,
und bis bald

Ihr Anton G. Leitner

DAS GEDICHT, Herausgeber


DAS GEDICHT 15 erscheint

04. September 2007

Liebe Besucherinnen und Besucher,

hinter mir liegen unglaublich arbeitsintensive Monate und die sind auch der Grund dafür, warum ich viel weniger dazu gekommen bin, diese Seite zu aktualisieren, als ich eigentlich wollte (und künftig will).

Morgen erscheint die Jubiläumsausgabe Nr. 15 von DAS GEDICHT („Ich bin dein Nest, du bist mein Fest. Liebe mit allen Sinnen“ - 15 Jahre DAS GEDICHT) und dann heißt es zunächst, einen LKW voller Bücher ausladen, die Ware auspacken, kontrollieren und zählen, danach alle Bücher wieder abgezählt einpacken, in Kisten stapeln, die gelben Kisten auf einen LKW der Deutschen Post AG verfrachten usw. Denn diese besonders umfangreiche, festliche Ausgabe von DAS GEDICHT soll ja möglichst schnell zu Ihnen bzw. in den Buchhandel gelangen.

Der ganze Versand ist eine unglaubliche Arbeit und vor allem eine große logistische Leistung, insbesondere meiner Mitarbeiterin Gabriele Trinckler. Sie ist schon seit zwei Wochen mit den Vorbereitungen für die Auslieferung beschäftigt und wird noch gute 14 Tage benötigen, um alle vorbestellten Exemplare zu versenden. Die Tatsache, dass wir die Auslieferung selbst organisieren, erlaubt es uns, den Versand so persönlich und gründlich wie möglich zu gestalten und sorgt dafür, dass ich mich als kräftig mitanpackender Herausgeber nicht so schnell von unseren ‘Produkte‹ entfremde. Denn alle Praktikantinnen und Praktikanten, die uns früher bei derartigen Aktionen geholfen haben (aus vielen sind inzwischen veritable Dichter geworden), können bestätigen, dass Papier wirklich aus dem Wald kommt, und dies auch wegen des Gewichts in rein körperlichem Sinne …

Übrigens erscheint zeitgleich mit der neuen GEDICHT-Folge eine Neuauflage unseres heimlichen Bestsellers: „Latein als zweite Fremdsprache, 1. Lernjahr“. Mein Vater Anton Leitner, der pensionierte Oberstudiendirektor des Carl-Spitzweg-Gymnasiums in Germering, hat die ersten Jahre seiner Pension intensiv genutzt, um für uns drei neue Lateinlernhilfen für das achtzügige Gymnasium (G 8) zu entwickeln, die, wie die Nachfrage eindrucksvoll belegt, aus der Sicht vieler Eltern und Lehrer eine wirkliche Hilfe zur Selbsthilfe bei der Prüfungsvorbereitung bieten. Allein vom ersten Band konnten wir innerhalb von zwei Jahren vier Auflagen drucken. Ich bin meinem Vater sehr dankbar, dass er mit seinen fulminanten Lateinkenntnissen und seiner langjährigen Erfahrung indirekt auch unsere aufwändige Arbeit rund um die Poesie und ihre Vermittlung fördert. Denn er sorgt gewissermaßen für ein solides Fundament und ein zweites Standbein. Wir sind gerade in den Planungen für die vierte Lateinlernhilfe …

Ich werde versuchen, so bald wie möglich wieder vom Packen aufzutauchen, um Sie an dieser Stelle weiterhin auf dem Laufenden zu halten.

Apropos: In den nächsten Monaten gibt es vielleicht die Gelegenheit, Sie persönlich auf einer meiner Veranstaltungen zu begrüßen? Mein Weg führt ja über die Schweiz, München und Frankfurt am Main (Buchmesse) direkt in die österreichische Metropole Wien, um dort (natürlich auch mit den Wiener Kolleginnen und Kollegen) den 15. Geburtstag von DAS GEDICHT gebührend zu feiern („… du bist mein Fest“).

Traditionellerweise ist DAS GEDICHT in Frankfurt am Main nicht mit einem eigenen Stand vertreten, da es für mich als Herausgeber wichtiger ist, alle unsere Partner aus den Verlagen sowie Autoren- und Herausgeberkollegen zu treffen, um Sie danach auf den nächsten Lyrikseminaren bzw. im Kritikteil von DAS GEDICHT 16 über alle wesentlichen lyrischen Novitäten und Entwicklungen informieren zu können. Regelmäßige Anlaufpunkte sind für mich in Frankfurt natürlich alle jene Verlage, für die ich als Autor und Herausgeber arbeite, in diesem Jahr vor allem die editon Chrismon sowie der Deutsche Taschenbuch Verlag (dtv). Meine Frau Felizitas, die mich auf der Messe begleitet, wird sicherlich immer wieder einmal am Stand des Daedalus Verlages anzutreffen sein. Gerade ist nämlich dort ihr Band „Die Venus streikt. Gesund durch die Kraft der Poesie“ in der 5. Auflage erschienen (www.daedalus-verlag.de), wozu ich ihr ganz herzlich gratuliere.

Ich verabschiede mich für heute, auch im Namen von Gabriele Trinckler, Karin Fellner, Olaf Hintze und meiner Frau Felizitas Leitner.

Herzliche Grüße aus Weßling,
dem „Hauptdorf der Poesie“ (Joachim Sartorius),
und gute poetische Vibrationen,
bis bald
Ihr

Anton G. Leitner

DAS GEDICHT, Herausgeber